"Ein entsprechendes für den übersetzungsrelevanten Vergleich von Textinhalten angepasstes Verfahren ist das Modell der semantischen Netze von Gerzymisch-Arbogast und Mudersbach, wie es zuerst in Mudersbach/Gerzymisch-Arbogast (1989) vorgestellt (siehe dazu auch Gerzymisch-Arbogast 1994; Gerzymisch-Arbogast 1996; Gerzymisch-Arbogast/Mudersbach 1998; Gerzymisch-Arbogast 1999).”
Freitag, 11. Juni 2010
Zitierhorror
Dienstag, 18. Mai 2010
Vorteile der Geologie
Ich versuche hier ab und zu Texte zu schreiben, die mehr oder weniger ausgedacht sind. Sucht man nach der Schönheit der Sprache, ist es angebracht, sich mal von der gemeinen Belletristik wegzubewegen und in die Geologie zu schauen:
„In den Gneisen umflasert die zweite Schieferung in Millimeter langen silbrigen Muskovithäutchen die randlich stark zerlappten flaschengrünen Pyroxenblasten-Knödel, während sie in den Biotitschiefern nur Mikrometer feine durchgehende Tapeten bildet, an die ich die Glimmerbahnen der ersten Schieferung sigmoidal anschmiegen. Die zweite Streckung lässt sich problemlos anhand von Quarzfaserbärten im Druckschatten der Knödel erkennen und anhand von auseinander gedrifteten Fragmenten einzelner Pyroxene, zwischen denen sich vor allem Chlorit in gestreckten Flocken gebildet hat.“
Samstag, 15. Mai 2010
Kringelgedings
Mein neuer Berufswunsch: Designer für Teppiche und Sitzbezüge, die scheinbar so dreckig sind, dass man echte Flecken nicht darauf erkennt.
Ständig gäbe es neue Herausforderungen. Wird zur Zeit in der S-Bahn eher gesprayt oder gekotzt? Wofür wird der Seminarraum genutzt? Sollte sich der Teppich lieber auf Rotwein- oder Spermaflecken einstellen?
Ich frage mich, wie der Designprozess so abläuft und stelle mir ein Labor vor, ganz in weiß, in der Mitte ein Sitzmöbel mit weißem Bezug. Im Nebenraum beobachten drei in wissenschaftlich angehauchten Kittelkostümen durch eine Scheibe, die auf deren Seite durchsichtig, auf der anderen nur als Spiegel zu erkennen ist, das Labor. In dieses wird nun ein stark angetrunkener Mensch mittleren Alters geschoben. Über Lautsprecher verkünden die Beobachter, er solle nun bitte auf das Sitzmöbel kotzen, was dann auch halbwegs gelingt. Das Resultat wird ausgewertet und kann bei strukturellen Mängeln sogar erweitert werden. Vor dem Labor warten jedenfalls noch Junkies, Inkontinente, Siechende und Zeitungsvergesser, die sich langsam fragen, wo sie hier eigentlich hineingeraten sind.
(Dieser Text ist am 07.01.2010 während einer Vorlesung entstanden.)
Dienstag, 6. April 2010
Ein Ausblick
Sieh aus dem Fenster.
Höre das Peitschen des Hagels, der das
Glas zum Klirren bringen will.
Hier stehst du nun und schaust hinaus
oder zuallererst auf die Scheibe
und dann siehst du dich.
Die Körner rasen auf dich zu
und durchlöchern dich.
Freu dich, denn sie hinterlassen noch keine Spuren.
Freu dich, denn noch stehst du hier.